Symposium 1 in Berlin 2015

Anmeldung & Programm

Das Symposium ist zweitägig und wird jeweils Freitag und Samstag ganztägig stattfinden.

Hier gibt es das Poster zum Symposium zum Herunterladen.

Hier findet sich der Programmflyer zum herunterladen und weiterverbreiten.

Als Abschlussveranstaltung des Symposiums Wie plant die Planung? zeigen wir zusammen mit der Gruppe „stadt:gestalten“ den Film „Ekümenopolis“ – zu dem alle Symposiumsgäste herzlich eingeladen sind!

Wann? Samstag, 18.4., Beginn: 19.30 Uhr
Wo? Laika (Emser Straße 131, Neukölln)

Und das erwartet euch:
In „Ekümenopolis – Stadt ohne Grenzen“ (2011) erzählt der Regisseur Imre Azem eine dokumentarische Geschichte von Istanbul, die im Rahmen touristischer Vermarktungsdiskurse nur wenig Gehör findet. In sechs Kapiteln zeichnet Azems filmisches Essay ein Bild einer unkontrolliert wachsenden Megacity, das sich aus hemmungslosen Immobilienspekulationen, ökologischer Verantwortungslosigkeit und dramatischen sozialen Konsequenzen zusammensetzt. Eingebettet in eine ausdrucksreiche Bildsprache lässt der Film dabei nicht nur Experten, sondern auch Verantwortliche und Betroffene dieser scheinbar willkürlichen Stadtentwicklung zu Wort kommen. „Ekümenopolis“ veranschaulicht nicht nur den Mangel stadtplanerischer Weitsicht in Istanbul, sondern wirft auch generell die Frage nach der Bedeutung einer sozialen sowie ökologischen Stadtplanung in einer zunehmend urbanisierten Welt auf.
Wir würden uns freuen, Sie und euch dort zu sehen, der Eintritt ist frei.

Freitag, 17.04.2015

8:00 Anmeldung Tagungsbüro

8:30 Begrüßung und Eröffnung
Jonas Müller, Jan Lange
Wolfgang Kaschuba
Grußworte Humboldt-Universitäts-Gesellschaft
09:00 – 11:30 Panel „Planungskulturen“
Moderation: Jonas Müller, Jan Lange

09:00 Meike Levin Keitel / Frank Othengrafen, Hannover: „Alltägliche Planungspraktiken und das planerische Selbstverständnis – eine planungskulturelle Annäherung“
09:30 Eva Maria Blum, Lissabon: „Planungskultur(en) in Portugal unter dem
Druck von Krise und neoliberalen Politiken. Am Beispiel eines Stadtumbauprojekts im Großraum Lissabon 1999-2014“
10:00 Alexander Tölle, Słubice: „Europäisierung von Planungssystemen – Europäisierung gesellschaftlichen Planungsverständnisses? Das Beispiel Deutschland und Polen“
10:30 Mario Reimer, Dortmund: „Planung und Kultur: Ein schwieriges Verhältnis?“
11:00 Diskussion: „Wie – wie plant die Planung? Potentiale von „Kultur“ als Instrument zur Erforschung von raumplanerischer Praxis“
11:30 Kaffeepause
11:45 – 13:30 Panel „Methoden und Instrumente“
Moderation: Jens Adam, Berlin

12:00 Heike Oevermann, Berlin: „Planungsprozesse in der Stadt: Die synchrone Diskursanalyse als Forschungsinstrument“
12:30 Felix Sternath, Wien: „Struktur und Handeln der planenden Verwaltung im Lichte der neoinstitutionalistischen Organisationstheorie“
13:00 Hendrik Weiner, Hamburg: „Kollaborative Design-Projekte als Instrument ortsspezifischer Gestaltungs- und Entwicklungsprozesse“
13:30 Mittagspause

14:30 – 16:10 Panel „Planungspolitiken“
Moderation: Nikolai Roskamm, Berlin

14:40 Franz Füg, Erkner: „Reflexive Regionalpolitik. Phasen im Verlauf einer sozialen Innovation in der Planung “
15:10 René Kreichauf, Wien: „Das Ende städtischer Schrumpfung und planerischer Postwachstumsstrategien? – Privatisierung, Entdemokratisierung, Kapital- und Eigentumsakkumulation in Bitterfeld und Detroit“
15:40 Ibo Ibrahim Bakari / Jan Luka Frey / Carsten Pieper, Weimar: „Plant die Planung den Raum für Alle? Der Wandel des öffentlichen Raums im Kontext von Privatisierung und Überwachung“
16:10 Kaffeepause
16:30 – 18:10 Panel „Partizipation in der Planung“
Moderation: Heike Oevermann, Berlin

16:40 Franziska Becker, Konstanz / Sanda Hubana, Berlin: „Platz planen. Ethnologische Kompetenzen in der Sozialen Stadtentwicklung“
17:10 Tanja Klöti, Basel: „Kulturen der Partizipation zwischen Konflikt und Konsens. Widersprüche im Planungsverständnis zwischen partizipativer und sozial gerechter Stadtentwicklung in Schweizer Städten“
17:40 Christina Besmer / Ina Dietzsch, Basel: „Partizipative Stadtentwicklung jenseits von Power-Point-Viewing Communities?“

Ab 18:15 Get-together
Samstag, 18.04.2015

08:30 Anmeldung Tagungsbüro

09:00 – 10:40 Panel „Leitbilder, Konzepte, Pläne“
Moderation: Oliver Ibert, Erkner

09:10 Nikolai Roskamm, Berlin: „Zur Genealogie eines Bebauungsplans. Von Innenstadtentlastungsbereichen, Autobahnanschlüssen und sonstigen Belästigungen“
09:40 Axel Schubert, Basel: „Wie gängige Planungsleitbilder eine gesellschaftspolitisch orthodoxe Wirkung entfalten“
10:10 Max Ott, München: „Wie, wer, was plant die Planung?“ entfällt leider
10:40 Kaffeepause

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11:00 – 13:00 Panel „Laut denken“
Moderation: Lisa Frach / Gustav Lieberknecht, Berlin

11:00 Henry Wilke / Magdalena Konieczek, Berlin: „Stadtplanung heute – Stadtplanung morgen. Eine Berufsfeldanalyse“
11:10 Nina Gribat, Berlin: „Selbstverständnisse von Planer_innen im Umbruch: eine Gegenüberstellung von Berufsbilddiskussionen“
11:20 Diskussionsrunde I: Berufsfeld Planung
11:40 Anna Latsch, Frankfurt am Main: „“Nachbarschaft“ als Programm. Lokale Lebensrealitäten im „Quartier“ im Rahmen sozialer Entwicklungen und städtischer Planungen“
11:50 Felix Marlow, Berlin /Andreas Schneider, Ahrensburg / Robin Marlow, Göttingen: „Ko-laborative Erkundungen planerischer Praxen der Verwaltung“
12:00 Jonas Müller, Berlin: „Wie übersetzt die Planung? Begegnungszonen zwischen Verkehrsplanung, Fußgänger_innen und Straßenraum“
12:10 Yuca Meubrink, Hamburg „A tale of two blocks. Sozialräumliche Segregation als Produkt einer Stadtplanung für eine gerechtere Stadt“
12:20 Diskussionsrunde II
13:00 Mittagspause

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14:00 – 15:40 Panel „Planungsprozesse /Raumproduktionen“
Moderation: Jonas Müller, Jan Lange
14:10 Valeska Flor, Bonn: „Zwischen Wunsch und Wirklichkeit? Die Planung von Neu-Orten im rheinischen Braunkohlerevier“
14:40 Constanze Klotz, Hamburg: „Vom Versuch, Kreativität für die Stadt zu planen. Die IBA Hamburg“
15:10 Kaffeepause

15:30 Abschlussdiskussion und Ausblick

16:00 Get-together

Call for Papers

„Wie plant die Planung? Kulturwissenschaftliche Perspektiven auf die räumliche Planung“. Ein Symposium der Humboldt-Universitäts-Gesellschaft.

(Den CfP im pdf-Format finden Sie hier: CfP „Wie plant die Planung„). Das aktuelle Poster zum Symposium gibt es hier: Poster „Wie plant die Planung?“)

Das Symposium wird am 17. und 18. April 2015 am Institut für Europäische Ethnologie der Humboldt-Universität zu Berlin stattfinden.

Verlängerung: Deadline für die Proposals ist der 18. Januar 2015.

Zum Thema:

Spätestens seit den zivilgesellschaftlichen Protesten und öffentlichen Auseinandersetzungen um Stadtentwicklung und Bürgerbeteiligung bei Großbauprojekten wie Stuttgart 21 oder dem Tempelhofer Feld ist die Raumplanung als breites Thema wieder aktuell. Raumplanung wird hierbei zunehmend als Sphäre politischer Gestaltungsmacht aufgefasst. Die Debatte konzentriert sich auf die Instrumente der Planung, wobei seitens der Zivilgesellschaft vor allem die Forderung nach einem Mehr an direktdemokratischer Teilhabe und Niedrigschwelligkeit bei der Beteiligung in Planungsprozessen erhoben wird. Die Reaktionen aus dem Feld der Raumplanung selbst reichen hierbei von empathischer Fürsprache und der Forcierung kleinräumlicher und partizipativer Planung bis zur Abwehr unter Verweis auf den drohenden Verlust der Expertise und Gestaltungsmacht.

Um dieses Spektrum an Haltungen verstehen zu können muss über die Instrumente hinaus nach den Denkkonventionen und Praktiken gefragt werden, welche das gegenwärtige Feld der Raumplanung strukturieren. Eingeleitet durch die Erosion der Einbindung der Raumplanung in ein technologisch-rationales Weltbild seit den 1970er-Jahren, hat sich das Steuerungs- und Selbstverständnis stark verändert. Steuerung wird heute nicht mehr als einseitige Beeinflussung von Handelnden, sondern versozialwissenschaftlicht als ergebnisorientierter Interaktionsprozess verstanden. „Raum“ wird nicht mehr als Ressource, die es durch Planung optimal nutzbar zu machen gilt, sondern als sozialer Raum gesehen und das planerische Handeln an den dortigen Raumbezügen und Verhältnissen ausgerichtet. Entsprechend dem Steuerungsverständnis wird die top-down-Planungsrolle durch eine aktivierende und moderierende Verhandlungsrolle abgelöst. Im Zuge der Good Governance findet Planung ihre Rolle zunehmend darin, Akteure aus Zivilgesellschaft, Verwaltung, Politik und Wirtschaft zu koordinieren.

Diese Verschiebungen im Feld der Raumplanung bieten vielfache Anknüpfungspunkte für die empirisch arbeitenden Kulturwissenschaften. Gleichzeitig spielt die Raumplanung bzw. deren Praxis als Übersetzungsprozess zwischen Stadtentwicklung und urbanen Alltagen in entsprechenden Forschungen bisher lediglich eine randständige Rolle. Sofern die Raumplanung in Forschungsarbeiten thematisiert wird, bildet sie weniger den konkreten Gegenstand, sondern wird zumeist als Teil eines panoptischen Regimes und als Hintergrundfolie räumlicher Phänomene thematisiert. Das Symposium verfolgt deshalb das Ziel, einen ersten Schritt zur Füllung der skizzierten Leerstelle zu leisten. Hierbei soll durch einen dynamischen und akteursorientierten Zugang die konkrete Praxis im Fokus stehen.

Von Interesse sind etwa, aber nicht ausschließlich,

  • Planungskulturen, d.h. etwa kulturelle Vorstellungen, Diskurse und Leitbilder und ihre wechselseitige Beeinflussung von Stadtentwicklungsprozessen, spezifischen Formen von gebautem Raum und dem (disziplinären) Selbstbild der Planenden.
  • Kommunikations- und Übersetzungsprozesse in der Raumplanung. Darunter werden hier einerseits Verfahren der Kommunikation zwischen verschiedenen am Planungsprozess Beteiligten gefasst, die gerade im Kontext von Partizipation entscheidend werden. Andererseits meint es auch eine mögliche ‚Scharnierfunktion’ der Planung zwischen stadtentwicklerischen/disziplinären Ansprüchen und lebensweltlicher sowie infrastruktureller Realität.
  • Planerische Alltagspraktiken, innerhalb derer bestimmte Konzepte, Modelle und Pläne in Aushandlungen zwischen Akteur_innen, strukturellen Beziehungen und materiellen Umwelten produziert werden. Welche Arbeitspraktiken setzen die Beteiligung unterschiedlicher Ansprüche um, wenn Akteur_innen scheinbar inkompatible Vorstellungen in die Planung tragen? Wie fällt die Abwägung oder die Entscheidung, und wie hängt dies mit den genutzten Techniken und produzierten Materialien zwischen technischen Zeichnungen und gebautem Raum zusammen?
  • Der Umgang mit der zunehmenden Fragmentierung des Raums in Stadt und Region. Räumliche Entwicklung ist immer weniger durch überwölbende Gemeinsamkeiten und Kontinuität als durch eine Zunahme an Disparitäten und Polarisierung gekennzeichnet. Wie reagiert die Planungspraxis auf diese Veränderungen? Wie geht sie mit der Schwächung der Kommunalen Selbstverwaltung um?

Organisatorisches

Pro Beitrag sind 30 Minuten für den Vortrag und 10 Minuten für die Diskussion vorgesehen. Geplant ist zudem ein Arbeitsblock mit Workshop-Charakter. Vorschläge, die auf die Organisation einer solchen ca. 2 1/2-stündigen Sitzung mit Möglichkeiten intensiver Diskussion hinarbeiten, sind daher ebenfalls willkommen.

Das Symposium richtet sich sowohl an den wissenschaftlichen Nachwuchs als auch an erfahrene Forscher_innen und Praktiker_innen. Gewünscht ist eine Diskussion auf Augenhöhe, mit Raum für verschiedene Wissensstände und -ansätze. Beiträge von Studierenden oder Doktorand_innen werden daher ebenso ausdrücklich begrüßt wie Beiträge aus verschiedenen Disziplinen.

Abstracts im Umfang von max. 400 Worten zzgl. Angaben zur Wissenschafts-, bzw.  Berufsbiographie senden Sie bitte bis zum 18. Januar 2015 an Jonas Müller und Jan Lange: jonas.albert.mueller@hu-berlin.de, jan.lange@hu-berlin.de

Eine Rückmeldung über die Annahme der Beiträge erfolgt bis zum 1. Februar 2015. Eine an das Symposium anschließende Publikation der Beiträge in den „Berliner Blättern“ der Gesellschaft für Ethnographie und des Instituts für Europäische Ethnologie ist vorgesehen.

Die Kosten für Anreise und Unterkunft können in angemessenem Rahmen nach individueller Absprache übernommen werden. Ein Teil der Mittel steht speziell Studierenden zur Verfügung. Dieses Symposium wird durch die HUG Humboldt-Universitäts-Gesellschaft Verein der Freunde, der Ehemaligen und Förderer e.V. unterstützt.

Teilnahme

Wer an dem Symposium teilnehmen möchte, ohne selbst einen Vortrag zu halten, kann sich auf der Homepage wieplantdieplanung.net ab Anfang Januar 2015 anmelden. Die Teilnahme ist kostenfrei.

DEADLINES

CFP-Deadline: 18.01.2015

Rückmeldung: 01.02.2015

Tagung: 17.-18.04.2015

Für inhaltliche und organisatorische Fragen zur Tagung wenden Sie sich bitte an die programmverantwortlichen Master-Studierenden:

Jan Lange (jan.lange@hu-berlin.de), Jonas Müller (jonas.albert.mueller@hu-berlin.de)

Freunde & Förderer

Institut für Europäische Ethnologie der Humboldt-Universität zu Berlin

Humboldt-Universitäts-Gesellschaft

Fachschaftsinitiative der Europäischen Ethnologie

IRS Leibniz Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung

Berliner Blätter

Ort & Anfahrt

Das Symposium findet am 17. und 18. April 2015 im Hauptgebäude der Humboldt-Universität zu Berlin statt. Der Raum wird innerhalb des Gebäudes ausgeschildert sein.

Unter den Linden 6, 10099 Berlin, Hörsaal 1072

Die Anreise innerhalb Berlins zum Symposium mit öffentlichen Verkehrsmitteln wird nicht nur, aber auch aufgrund der Parkplatzsituation dringend empfohlen. Die nahgelegene S- und U-Bahnstation Friedrichstraße bietet den wohl einfachsten Anschluss. Der Hörsaal im Hauptgebäude befindet sich im Erdgeschoss des Westflügels.

Ausführliche Informationen zur Anfahrt finden Sie hier auf der Homepage der HU: https://www.hu-berlin.de/service/kontakt/lage-anfahrt/campus-mitte

Hier sehen Sie die Lage des Hauptgebäudes im Verhältnis zur Europäischen Ethnologie, dem alten Tagungsort.

Lage

Über 

Wir sind zwei an räumlicher Planung interessierte Masterstudierende der Europäischen Ethnologie, die eine von uns gesehene Leerstelle unseres Faches in Bezug auf Planung mit diesem Symposium etwas füllen möchten. Wir denken, dass eine empirische, kulturwissenschaftliche Perspektive auf Planung lohnenswert ist.

Verschiedene Personen und Institutionen sind an der Planung dieses Symposiums beteiligt. An dieser Stelle möchten wir insbesondere dem Institut für Europäische Ethnologie der Humboldt-Universität zu Berlin und dem IRS Leibniz Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung in Erkner für die freundlichen Anregungen danken. Ein besonderer Dank geht auch an die Humboldt-Universitäts-Gesellschaft, ohne deren Förderung es diese Veranstaltung nicht gäbe.

Jan Lange und Jonas Müller

Nachbereitung

Planung als Praxis

Vielen Dank an alle Helfenden, Teilnehmenden, Moderierenden und Vortragenden! Nur gemeinsam konnten wir ein so interessantes Symposium gestalten, miteinander ins Gespräch kommen und hoffentlich auch in Austausch bleiben.

Jan & Jonas

An dieser Stelle folgen bald weitere Hinweise zur Nachbereitung des Symposiums, zu Veröffentlichungen, Tagungsberichten etc. Außerdem bleiben natürlich die anderen Seiten mit ihren Informationen bestehen.

Impressum

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